Die besondere Verbundenheit der Juden von Speyer, Worms und Mainz geht bereits auf die Anfänge der jüdischen Niederlassungen in den drei Kathedralstädten zurück. Sind in Mainz Juden schon im 10. Jahrhundert nachgewiesen, so wird die Gemeindegründung von Worms wenig später und von Speyer im 11. Jahrhundert durch jüdische Familien aus Mainzer erfolgen. Diese engen familiären Verbindungen der drei Gemeinden findet Ihren Ausdruck in gemeinsam sich ausprägenden jüdischen Rechts- und Lehrtraditionen, die zum Ausgangspunkt und Wiege der aschkenasisch-jüdischen Zivilisation bis in unsere Tage werden sollten.
Für die mittelalterlichen Jahrhunderte wurde diese enge Verbindung der drei Gemeinden durch gemeinsame Rechtsatzungen, den Taqqanot Schum, definiert und spätestens seit dem 14. Jahrhundert durch eine Eigenbezeichnung als „Kehillot Schum“, als den „Schum-Gemeinden“ nach außen getragen. Weniger bekannt ist dabei auch, dass die Verbindung der Schum-Gemeinden vergleichbare Phänomene der christlichen Gemeinden, wie etwa der Städtebünde, im jüdischen Kontext widerspiegeln.
Der Vortrag möchte die Formen und Akteure dieser besonderen Verbindungen der Schum-Gemeinden von den Anfängen bis ins 15. Jahrhundert nachzeichnen und vorstellen: das gemeinsame Rechtsgebaren, die Taqqanot Schum, aber auch die Dichter, Richter, Rabbiner und Gelehrten, die zum Ruhm der Gemeinden am Rhein in der jüdischen Welt bis heute beitragen.
Wir laden Sie herzlich ein, an diesem hybriden Vortrag teilzunehmen. Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V., die sich den vielfältigen Facetten des UNESCO-Welterbes und des jüdischen Erbes in Deutschland und der Geschichte der SchUM-Stätten widmet. Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz – Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – statt.
Anmeldung erforderlich bis 12 Uhr am Vortag unter anmeldung(at)gdke.rlp.de. An dem Vortrag können Sie in Präsenz oder online teilnehmen.
Eintritt frei.